{"id":7,"date":"2024-04-04T08:05:09","date_gmt":"2024-04-04T05:05:09","guid":{"rendered":"https:\/\/sisu.ut.ee\/lenz\/abstracts\/"},"modified":"2024-04-17T23:40:32","modified_gmt":"2024-04-17T20:40:32","slug":"abstracts","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/sisu.ut.ee\/lenz\/abstracts\/","title":{"rendered":"Abstracts\/Teesid"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><strong>Kole Graeme Galbraith und Marko Pajevi\u0107 <\/strong>(Universit\u00e4t Tartu):<em> Wie Lenz die Achtundsechziger zur Kunst zur\u00fcckf\u00fchrte, vermittelt von Peter Schneider \u00fcber Georg B\u00fcchner \u00a0<\/em><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\">Peter Schneider, einer der Wortf\u00fchrer der Achtundsechziger-Protestbewegung, die sich zun\u00e4chst radikal gegen die b\u00fcrgerliche Kunst und Tradition gewandt hatte, schrieb nur wenige Jahre sp\u00e4ter, 1972, eine Erz\u00e4hlung mit dem Titel Lenz. Mit diesem klaren Hinweis auf Jakob Michael Reinhold Lenz und weiteren Bez\u00fcgen zur Kulturgeschichte und Tradition leitete er eine Trendwende ein, vom einseitig politisch-kollektivistischem Paradigma hin und zur\u00fcck zum Individuum, zur Subjektivit\u00e4t und zur Kunst. Der historische Lenz wird \u00fcber seine Darstellung in Georg B\u00fcchners Erz\u00e4hlung gleichen Namens aus dem Jahre 1839 (posthum) zur Chiffre f\u00fcr diese Entwicklung. \u00a0Der Beitrag geht der Verbindung dieser drei Lenze nach, um derart die Rolle der Kunst in sozialen und politischen Revolutionsbewegungen zu beleuchten. Daf\u00fcr wird zun\u00e4chst der historische Hintergrund der Achtundsechziger und deren kunsttheoretische Position dargestellt. Es wird gezeigt, inwiefern Lenz und B\u00fcchner f\u00fcr die Achtundsechziger zu Vorbildern taugten. Der Beitrag untersucht B\u00fcchners Novelle, mit Konzentration auf das \u201eKunstgespr\u00e4ch\u201c in diesem Werk. Diese Passage ist besonders aufschlussreich, weil sie, durch die Perspektive des Revolution\u00e4rs Georg B\u00fcchner, JMR Lenz\u2018 Sicht auf die Rolle der Kunst f\u00fcr die Erweckung der menschlichen Subjektivit\u00e4t in sozialen Revolutionen artikuliert und somit f\u00fcr die Anliegen der Achtundsechziger fruchtbar macht. Das Thema der Selbstbewusstwerdung wird \u00fcber die Theorie der die Achtundsechziger pr\u00e4genden Situationisten beleuchtet, um schliesslich zu analysieren, wie Schneider sich mittels seines Lenz, also \u00fcber den R\u00fcckbezug auf den historischen Lenz, bzw. auf dessen Darstellung bei B\u00fcchner, wieder in die literarische Tradition einschreibt und derart der Kunst erneut eine gesellschaftliche Wirkungsmacht zugesteht.\u00a0<\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><b><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Kairit Kaur<\/span><\/span><\/b><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\"> (Universit\u00e4t Tartu\/Akademische Bibliothek der Universit\u00e4t Tallinn): <i>Lenz, Boehlendorff, Liiv: \u00fcber das Schicksal dreier baltischer Dichter<\/i><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">In meinem Vortrag m\u00f6chte ich einen vergleichenden Blick auf das Leben, Werk und die Rezeption von dreier baltischen Dichter werfen. Eine auffallende Gemeinsamkeit dieser Schriftsteller ist, dass sie alle im Laufe ihres Lebens an einer Geisterkrankheit erkrankt sind, sie aber nichtsdestotrotz einen herausragenden Platz im literarischen Kanon ihrer Herkunftskultur einnehmen. Der deutschbaltische Publizist, Literaturkritiker und Dichter Jeannot Emil von Grotthuss (1865\u20131920) hat in seiner Anthologie Baltisches Dichterbuch (Reval\/Tallinn 1894) Jakob Michael Reinhold Lenz (1751-1792) und Casimir Ulrich Boehldendorff (1775\/76-1825) zu den drei hervorragendsten deutschbaltischen Lyrikern gez\u00e4hlt. Eine ebenso wichtige Stellung nimmt in der estnischen Literatur Juhan Liiv (1864-1913) ein, dessen Lyrik zum Stammrepertuar der estnischen S\u00e4ngerfeste geh\u00f6rt. Inwieweit \u00e4hnelten und unterschieden sich die Schicksale und Rezeption des Schaffens dieser dreier Autoren und gibt es eine gemeinsame Linie, die das deutschbaltische und estnische Verst\u00e4ndnis der Lyrik und des Dichters verbindet?<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><b><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Martin Kl\u00f6ker<\/span><\/span><\/b><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\"> (Universit\u00e4t Osnabr\u00fcck\/Under und Tuglas Literaturzentrum): <i>Lenz und der (baltische) Adel<\/i><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Der Adel spielt in der baltischen Literatur seit dem 18. Jahrhundert und noch mehr dann im 19. und 20. Jahrhundert eine zentrale Rolle. Einerseits gibt es \u00fcberdurchschnittlich viele adelige Autorinnen und Autoren \u2013 vor allem ist der Anteil der Frauen hier gro\u00df \u2013, andererseits ist der Adel in vielf\u00e4ltiger Gestalt (als individuelle Person oder st\u00e4ndische Gruppe, als Gutsherren und Herrscher \u00fcber Bauern, aufgekl\u00e4rt oder gerade nicht \u2026) in der Literatur thematisiert und gestaltet. <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Im Beitrag soll der Frage nachgegangen werden, in welcher Weise Jakob Lenz und seine Werke daran Anteil haben. Unzweifelhaft gibt es auch hier dieses allgemeine literarische und kritische Interesse am Adel und seiner Lebenswelt, wurde doch beispielsweise f\u00fcr den Hofmeister ein \u201eschon fast ins Bizarre karikiertes Adelsmilieu\u201c (Guthke) festgestellt. Allerdings stellt sich die Frage, in welchem Verh\u00e4ltnis die literarische Darstellung zur Lebenswelt von Lenz und speziell zu den pers\u00f6nlichen (livl\u00e4ndischen) Erfahrungen passt.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><b><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Liina Lukas<\/span><\/span><\/b><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\"> (Universit\u00e4t Tartu): <\/span><\/span><i><span lang=\"DE\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Transgression im Werk von Jakob Michael Reinhold Lenz<\/span><\/span><\/i><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><span lang=\"DE\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">\u201eIch liebe alle seltsame Einf\u00e4lle; sie sind das Zeichen nicht gemeiner Herzen. Wer in dem gebahnten Wege forttrabt, mit dem halte ich\u2019s keine Viertelstunde aus\u201c. So schrieb Jakob Michael Reinhold Lenz an Sophie von La Roche im Juli des Jahres 1775 aus Stra\u00dfburg. <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><span lang=\"DE\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Die seltsamen Einf\u00e4lle, die oft provokativ die Normen und Grenzen der gesellschaftlichen oder moralischen Ordnung \u00fcberpr\u00fcfen und eventuell auch \u00fcberschreiten, behandelte Lenz auch in seinem Werk. Lenz ist ein transgressiver Autor <i>par exzellence<\/i>, wenn man unter der Transgression die \u00dcberschreitung einer Norm, eines Gesetzes oder Tabu versteht (Georges Bataille, Michel Foucault). <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><span lang=\"DE\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Ein mit Tabus und Normen belastetes Thema seiner Zeit, die in seinem Werk einen sehr wichtigen Platz einnimmt, ist die Sexualit\u00e4t. Sowohl in seinen theoretischen als auch in den belletristischen Werken behandelt Lenz dieses Thema, mit einer bis dahin seltenen Direktheit \u2013 auch das ist schon mal transgressiv. <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><span lang=\"DE\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">In meinem Vortrag gehe ich der Repr\u00e4sentation der Transgressionen im Bereich des Sexuellen im Werk von Lenz nach. Ich konzentriere mich dabei vor allem auf sein transgressivstes Werk, die Kom\u00f6die \u201eDer Hofmeister, oder Vorteile einer Privaterziehung\u201c.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><b><span lang=\"DE\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Martin Pabst<\/span><\/span><\/b><span lang=\"DE\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\"> (Deutsches Kulturforum \u00f6stliches Europa): <i>Der baltische Literatenstand. Eine Einf\u00fchrung<\/i><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Thesen:<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Der baltische Literatenstand ist ein Ergebnis der korporativen Abschlie\u00dfung der baltischen Ritterschaften ab dem 17. Jahrhundert.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/li>\n\n\n\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Der entstehende baltische Literatenstand war Tr\u00e4ger der engen kulturellen Anbindung der Ostseeprovinzen an Deutschland.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/li>\n\n\n\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Der baltische Literatenstand ist zugleich eine Verfestigung der st\u00e4ndischen Gesellschaft der Ostseeprovinzen, wie auch ein Ausgangspunkt f\u00fcr ihre sp\u00e4tere \u00dcberwindung.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Abstract:<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Der Terminus \u201eLiteraten\u201c bezeichnet im baltischen Deutsch bzw. der baltischen Geschichte nicht \u2013 wie im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch \u00fcblich \u2013 Autoren literarischer Werke. Vielmehr handelte es sich um eine besondere Gruppe der st\u00e4ndischen Gesellschaft Estlands, Livlands und Kurlands, die anders als Adel, B\u00fcrger und Bauern nicht prim\u00e4r rechtlich konstitutiert war, sondern diejenigen umfasste, die eine Universit\u00e4t besucht hatten. Bis zur Wiedergr\u00fcndung der Universit\u00e4t Dorpat rekrutierte sich der entstehende Literatenstand im 18. Jahrhundert aus den Absolventen deutscher Universit\u00e4ten. Viele von ihnen stammten aus Deutschland und zogen erst nach dem Studium nach Est-, Liv- und Kurland, was die kulturelle Bindung an Deutschland verst\u00e4rkte. Die Literaten des 18. Jahrhunderts waren vor allem Pastoren und Hofmeister (Hauslehrer) adeliger Familie. Die T\u00e4tigkeit als Hofmeister war in der Regel beruflicher Einstieg und Zwischenstation zu einer Anstellung als Pastor oder in der Verwaltung.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><b><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Kristel Pappel<\/span><\/span><\/b><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\"> (Estnische Musik- und Theaterakademie): <i>Jakob Lenz in der Musik<\/i><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Jakob Lenz (1751\u20131792) hat dem Musiktheater des 20. Jahrhunderts durch sein Schaffen und seine Pers\u00f6nlichkeit wichtige Impulse gegeben. Seine Kom\u00f6die \u201eDie Soldaten\u201c hat den Schriftsteller Georg B\u00fcchner (1813\u20131837) angeregt, das Drama \u201eWoyzeck\u201c zu schreiben, was seinerseits den Komponisten Alban Berg (1885\u20131935) f\u00fcr die Oper \u201eWozzeck\u201c (1925) \u2013 heutzutage eine der meistgespielten Opern der Moderne \u2013 inspirierte. Und \u201eDie Soldaten\u201c dienten als direkte Textvorlage f\u00fcr die gleichnamige Oper (1965) von Bernd Alois Zimmermann (1918\u20131970), die als ein Schl\u00fcsselwerk des Musiktheaters nach 1945 gilt.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">\u00dcber die Person Jakob Lenz hat Wolfgang Rihm (1952) eine Kammeroper in dreizehn Bildern (Libretto: Michael Fr\u00f6hling nach der Erz\u00e4hlung \u201eLenz\u201c von Georg B\u00fcchner) geschrieben. Die Urauff\u00fchrung fand am 8. M\u00e4rz 1979 in der Opera stabile der Staatsoper Hamburg statt. Danach hat man das Werk mehrmals inszeniert.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Im Referat wird die musikalische Charakterisierung der Person Lenz in der Oper von Rihm dargestellt sowie die verschiedenen szenischen Deutungen des Werks interpretiert und dabei gefragt, wie das Lenz-Bild sich ge\u00e4ndert hat.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><b><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Silke Pasewalck<\/span><\/span><\/b><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\"> (Bundesinstitut f\u00fcr Kultur und Geschichte der Deutschen im \u00f6stlichen Europa): <i>Lenz im deutschsprachigen H\u00f6rspiel<\/i><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Dem Genre des H\u00f6rspiels wurde in der umfangreichen Forschung zur Lenz-Rezeption bislang noch keine n\u00e4here Aufmerksamkeit zuteil, obgleich es mehrere genuin f\u00fcr den Rundfunk entstandene Produktionen gibt. Der Vortrag besch\u00e4ftigt sich mit drei radiophonen Lenz-Portr\u00e4ts aus unterschiedlichen Zeiten und fragt sowohl nach den spezifisch genretypischen Mitteln als auch nach dem Bild, das die Radiotexte mit akustischen Mitteln von dem Dichter entwerfen. In allen drei untersuchten H\u00f6rspielen werden Leben und Werk enggef\u00fchrt; dabei wird Lenz auf jeweils unterschiedliche Weise zum Exemplum genommen. Die H\u00f6rspiele von Fritz Peter Buch Michael Reinhold Lenz\u201c (1966\/Ursendung: 1932) und Gert Hofmann Die R\u00fcckkehr des verlorenen Jakob Michael Reinhold Lenz nach Riga (1978) fokussieren jeweils einen zentralen Moment im Leben des Autors: Buch jenen Tag im Jahr 1772, als Lenz Goethes Urg\u00f6tz liest, und Hofmann den 23. Juli 1779, als Lenz in Riga ankommt und also ins Baltikum zur\u00fcckkehrt. Beide arbeiten im Wesentlichen mit dem Mittel des (inneren) Monologs und nutzen die M\u00f6glichkeiten des Genres, eine innere B\u00fchne zu bespielen. Im Unterschied zu diesen beiden H\u00f6rspielen geht die Radioarbeit von Katharina Gericke aus dem Jahr 2011 Lenz. Fragmente von der Form dialogischer, experimenteller und verspielter mit ihrem Stoff um und fokussiert nicht einen zentralen Tag in Lenz\u2018 Leben, sondern viele Bruchst\u00fccke desselben.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><b><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Beata Pa\u0161kevica<\/span><\/span><\/b><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\"> (Lettische Nationalbibliothek): <i>Christian David Lenz und das Herrnhutertum in Livland<\/i><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Christian David Lenz hat seinen Platz in der Kulturgeschichte Lettlands mit seiner lettischen Predigtsammlung gesichert. Am Anfang seiner Karriere als theologischer Schriftgelehrter steht aber die 1750 erschienene international rezipierte \u201ef\u00fcr unsere Zeiten sehr n\u00f6thig geachtete Vorrede, worinnen die Kreuz-Theologie der so genannten Herrenhuter, vornehmlich aus ihrem XII Lieder-Anhange \u2026\u201c zu seinen \u201eGedanken \u00fcber die Worte Pauli 1 Cor. 1. V. 18 von der ungleichen Aufnahme des Worts vom Creutz\u201c. In dieser umfangreichen Vorrede \u00fcbt er Kritik an den herrnhutischen Gesangb\u00fcchern der Sichtungszeit und analysiert seine pers\u00f6nliche Einstellung zu der Br\u00fcdergemeine. Die von der offiziellen Zensur nicht gebilligten lettischen herrnhutischen Gesangb\u00fccher waren einer der Hauptanklagpunkte in dem Inquisitionsprozess gegen die herrnhutische Wirksamkeit in Livland in den Jahren 1743 und 1744. Der Nachhall dieses Prozesses dauerte noch viele Jahre nach der Urteilssprechung \u2013 dem Verbot der herrnhutischen Versammlungen und Einsammlung aller herrnhutischen Handschriften und Drucksachen \u2013 nicht nur in den livl\u00e4ndischen Provinzen, sondern auch in dem europ\u00e4ischen deutschsprachigen Raum an. In dem Vortrag m\u00f6chte ich die Argumente von Christian David Lenz in Beziehung zu den Ereignissen und dem Ideengut der Herrnhuter in Lettland setzen.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><b><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Maris Saagpakk<\/span><\/span><\/b><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\"> (Universit\u00e4t Tallinn): <i>Fr\u00fche \u00dcbersetzungen der fiktionalen Literatur ins Estnische. Einige Anmerkungen zu kulturhistorischen Dynamiken und Beispiele anhand der \u00dcbersetzungen von Goethe und Schiller<\/i><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Der Beitrag bietet zuerst eine \u00dcbersicht der allgemeinen \u00dcbersetzungstendenzen ins Estnische in der Periode 1850\u20131900. In dieser Periode \u00fcbernimmt die sich formierende estnische Elite das Feld der \u00dcbersetzung ins Estnische von den volksaufkl\u00e4rerisch gesinnten Deutschbalten. Das schriftliche Wort auf Estnisch in dieser Zeit ist an sich ein Politikum und ist als Teil des Nationalen Erwachens der Esten zu sehen. Der Beitrag zeigt die Dynamik der \u00dcbersetzungen im Allgemeinen auf und f\u00fchrt auch die Anzahl der \u00fcbersetzten Belletristik je nach Sprache und Genre an. <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Zweitens bettet der Beitrag die fr\u00fchen \u00dcbersetzungen von Goethe und Schiller in die allgemeinen Trends ein. Genauere Aufmerksamkeit wird auf die fr\u00fcheste der \u00dcbersetzungen in der genannten Periode geschenkt \u2013 \u201eDas Lied von der Glocke\u201c von Friedrich Schiller, dessen estnische \u00dcbersetzung im Jahre 1860 im Vorwort ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr die \u00dcbersetzung der Belletristik bietet. <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: 14px;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"line-height: 15.693333625793457px;\"><span lang=\"ET\"><span style=\"line-height: 17.1200008392334px;\">Der Beitrag ist Teil des Forschungsprojekts \u201eTranslation in History. Estonia 1850\u20132010: Texts, Agents, Institutions and Practices.\u201c (Estnische Forschungsagentur, PRG1206)<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kole Graeme Galbraith und Marko Pajevi\u0107 (Universit\u00e4t Tartu): Wie Lenz die Achtundsechziger zur Kunst zur\u00fcckf\u00fchrte, vermittelt von Peter Schneider \u00fcber Georg B\u00fcchner \u00a0 Peter Schneider, einer der Wortf\u00fchrer der Achtundsechziger-Protestbewegung, die sich zun\u00e4chst radikal gegen die b\u00fcrgerliche Kunst und Tradition &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":99,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"class_list":["post-7","page","type-page","status-publish","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sisu.ut.ee\/lenz\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/7","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sisu.ut.ee\/lenz\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/sisu.ut.ee\/lenz\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sisu.ut.ee\/lenz\/wp-json\/wp\/v2\/users\/99"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sisu.ut.ee\/lenz\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/sisu.ut.ee\/lenz\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/7\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29,"href":"https:\/\/sisu.ut.ee\/lenz\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/7\/revisions\/29"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sisu.ut.ee\/lenz\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}