{"id":348,"date":"2024-09-19T12:06:50","date_gmt":"2024-09-19T09:06:50","guid":{"rendered":"https:\/\/sisu.ut.ee\/heimatrevisited\/uber-das-projekt\/"},"modified":"2025-05-23T09:48:22","modified_gmt":"2025-05-23T06:48:22","slug":"uber-das-projekt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/sisu.ut.ee\/heimatrevisited\/de\/","title":{"rendered":"\u00dcber das Projekt"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">\u00dcber das Projekt<\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:20%\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:60%\">\n<p class=\"has-regular-font-size\" style=\"padding-right:0px;padding-left:0px\">Die deutschbaltische Kultur ist ein wesentlicher, aber gern vergessener und oft verschwiegener, lange Zeit auch verp\u00f6nter Teil der Kultur und Geschichte Estlands und Lettlands gewesen. Die Anerkennung der Deutschbalten als Teil der estnischen Kultur ist f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis dieser Kultur und f\u00fcr eine genauere Wahrnehmung des Gesamtbildes unerl\u00e4sslich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-regular-font-size\" style=\"padding-right:0px;padding-left:0px\">In den letzten Jahrzehnten ist erfreulicherweise ein wachsendes Interesse am deutschbaltischen Kulturerbe zu beobachten. Dabei wird jedoch eher in die fernere Vergangenheit geblickt \u2013 denn nach der g\u00e4ngigen und verbreiteten Vorstellung verlie\u00dfen die Deutschbalten Estland und Lettland mit der Umsiedlung 1939 und beendeten damit ihre Geschichte, zumindest die in der \u201ebaltischen Heimat\u201c. Auch die Nachumsiedlung und ihre n\u00e4heren Umst\u00e4nde sind erst in den letzten Jahren ins breitere Bewusstsein ger\u00fcckt. Das Wissen dar\u00fcber, was danach geschah oder dass sich die deutschbaltische Geschichte eigentlich fortgesetzt hat, ist vielleicht auch zu sehr mit der Zeitgeschichte bzw. Gegenwart verbunden gewesen. Doch die Zeit ist vergangen, auch die Wendejahre um 1990 sind bereits Geschichte, erst recht die Nachkriegsperiode.<br><br>Nach allgemeiner Auffassung verlie\u00dfen die Deutsch-Balten Estland und Lettland 1939, und ihre Geschichte war damit zu Ende. Aber war das wirklich der Fall? Bei weitem noch nicht.<br><br>Das vom estnischen Kultusministerium finanzierte Forschungsprojekt <strong>\u201eHeimat Revisited. Baltische \u00dcberlebensk\u00fcnste \u2013 deutschbaltische Kindheitserfahrungen und Heimatrekonstruktionen\u201c<\/strong> erm\u00f6glicht die Fortsetzung der 2024 begonnenen Forschungsarbeit f\u00fcr die Zeit von 2025 bis 2027. Die im November 2024 an der Universit\u00e4t Tartu veranstaltete Tagung <strong>\u201cHeimat Revisited I.\u201d<\/strong> war als erstes anregendes Treffen gedacht, bei dem verschiedene Ber\u00fchrungspunkte der T\u00e4tigkeitsbereiche und Quellen beleuchtet wurden.<br><br>Eine interdisziplin\u00e4re Forschungsgruppe der Universit\u00e4t Tartu und des Estnischen Nationalmuseums konzentriert sich nun auf ein bisher systematisch unerforschtes Themengebiet: das Schicksal der baltischen Deutschen, die w\u00e4hrend der Umsiedlungen 1939-1941 bzw. erst um 1944 Estland und Lettland verlie\u00dfen, und die Beziehung zu ihrer ehemaligen und neuen Heimat, zu ihren Angeh\u00f6rigen und ihrer Gemeinschaft, zu ihren ehemaligen und neuen Landsleuten. Man m\u00f6chte untersuchen, wie die aus der Heimat mitgenommenen Traditionen und das Gedankengut das \u00dcberleben und die Orientierung in den Umbr\u00fcchen des 20. Jahrhunderts beeinflussten. Es werden Ausdrucksformen wie die der Heimat-Sehnsucht, Praktiken des Wiedererlebens und Weitergebens der Heimat an die n\u00e4chsten Generationen, Kontaktstrategien gegen\u00fcber der ehemaligen Heimat und Landsleuten, Reflexionen und Darstellungen untersucht, wobei Vergleiche mit den estnischen und lettischen Exilgemeinschaften gezogen werden \u2013 auf der Suche nach Antworten auf die Frage: Was geschah danach? Und wie h\u00e4ngt das mit uns heute zusammen?<br><br>Neben der Arbeit mit Archivquellen und gedruckten Materialien sind die unmittelbaren Erfahrungen der Einzelpersonen von gro\u00dfer Bedeutung. So m\u00f6chten wir Interviews mit Personen f\u00fchren, die als Kinder aus dem Baltikum umgesiedelt wurden \u2013 was zeitkritisch ist \u2013 und mit ihren Nachkommen, um Antworten auf die Fragen zu finden: Wie wird die eigene Herkunft wahrgenommen und wie gestaltet sich diese Beziehung am pers\u00f6nlichen Beispiel oder innerhalb der Generationen? Wie hat der \u201eRucksack\u201c, der aus dem Baltikum mitgenommen wurde, das \u00dcberleben, die Lebens- und Welteinstellung beeinflusst? Wie werden die Umgebung, der famili\u00e4re und weitere soziale Kreis, allt\u00e4gliche Praktiken und die M\u00f6glichkeiten zur Wertevermittlung (Erziehung, Aktivit\u00e4ten, Traditionen, Br\u00e4uche, Organisation und Kontakte, zur Heimat oder zu Landsleuten verschiedener Nationalit\u00e4ten in verschiedenen L\u00e4ndern, Reisen in die ehemalige Heimat zu verschiedenen Zeiten, Literatur, Kunst, Spiele, Sprache, Getr\u00e4nke und Speisen) wahrgenommen?<br><br>Das <a href=\"https:\/\/sisu.ut.ee\/heimatrevisited\/de\/meeskond\/\" data-type=\"page\" data-id=\"336\">Team<\/a> des Forschungsprojektes \u201eBaltische \u00dcberlebensk\u00fcnste \u2013 deutschbaltische Kindheitserfahrungen und Heimat Revisited \u201c (Reet Bender, Olev Liivik, Anu Kannike, Ester Bardone, Kadi K\u00e4h\u00e4r-Peterson und Heidi Rajam\u00e4e-Volmer sowie Tartuer Studierende) hofft, eine Br\u00fccke in die Zukunft zu bauen und das Bewusstsein und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die gemeinsame Kultur der Deutschbalten, Esten und Letten zu f\u00f6rdern. Es w\u00e4re uns eine gro\u00dfe Freude, wenn Sie bereit w\u00e4ren, uns Ihre Lebensgeschichte oder Erinnerungen mitzuteilen, oder ggf. diejenigen von unserem Vorhaben informieren k\u00f6nnten, deren Geschichte erz\u00e4hlt oder dokumentiert werden sollte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>Zentrum f\u00fcr deutschbaltische Forschungen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das Projekt wird vom Zentrum f\u00fcr Deutschbaltische Forschungen (est.: \u201eBaltisaksa uuringute keskus\u201c) koordiniert, das am\u00a0<a href=\"https:\/\/maailmakeeled.ut.ee\/et\/germanistika\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/maailmakeeled.ut.ee\/et\/germanistika\">Institut f\u00fcr Fremdsprachen und Kulturen der Universit\u00e4t Tartu<\/a>, Abteilung f\u00fcr Germanistik 2025 gegr\u00fcndet und angesiedelt wurde. Das Zentrum wurde ins Leben gerufen, um die deutschbaltische Kultur, Sprache und Geschichte zu erforsche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">In der Gestaltung der Webseite sind Elemente aus dem\u00a0<a href=\"https:\/\/muuseum.tartu.ee\/ring-sai-tais-oswald-hartge-loodud-lauamang-rund-um-estland-joudis-kodumaale\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/muuseum.tartu.ee\/ring-sai-tais-oswald-hartge-loodud-lauamang-rund-um-estland-joudis-kodumaale\/\">1935 entstandenden Reisespiel \u201cRund um Estland\u201d von Oswald Hartge zu sehen.<\/a>\n\n\u00a0<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:20%\"><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber das Projekt Die deutschbaltische Kultur ist ein wesentlicher, aber gern vergessener und oft verschwiegener, lange Zeit auch verp\u00f6nter Teil der Kultur und Geschichte Estlands und Lettlands gewesen. 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